Edelweißpiraten

Als letzte Gruppe sind die "Edelweißpiraten", zu nennen ein Sammelname für informelle Gruppen deutscher Jugendlicher mit oppositionellem Verhalten. Diese Gruppen organisierten sich vornehmlich im Gebiet um Köln und Dortmund. Die wichtigsten Einzelgruppen unter den "Edelweißpiraten" waren die Gruppe Steinbrück und die Edelweißgruppe um Gertrud Koch in Köln und die Dortmunder Edelweißpiraten vom Brüggemannspark. Anlass ihres Widerstands war die wirtschaftliche und gesellschaftliche Hoffnungslosigkeit der unteren Gesellschaftsschichten, welche sich oftmals durch die begrenzte Aussicht auf Bildung und Arbeit zeigte. Diese Gruppe war durch ihre Freizeitaktivitäten und durch die Vermittlung einer Gruppenzugehörigkeit eine Konkurrenz zur Hitler-Jugend. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde ihre politische Bedeutung immer stärker, aber ihr Widerstand artikulierte sich hauptsächlich in gesellschaftlichem Widerstand. Sie hatten illegale Kontakte zu verbotenen Jugend- und Naturfreundegruppen, beteiligten sich an der Versorgung und dem Verstecken von Juden und Kriegsgefangenen, sangen regimekritische Lieder, vor allem gegen die verfeindete Hitler-Jugend und verbreitete ebenfalls ab Sommer 1942 Flugblätter , in denen sie mit sehr wenigen Worten die Hitler-Jugend und die Nationalsozialisten kritisierten und beschimpften. Die Reaktionen des NS-Regimes waren zunächst noch "harmlos", da das Regime 1936 die Gruppen der "Bündischen", wie die "Edelweißpiraten" auch genannt wurden, verbieten ließ. Dieses Vorgehen der Nationalsozialisten endete mit den am 1.6.1938 eingeführten neuen Richtlinien für den HJ-Streifendienst, die der Hitler-Jugend ein "Einschreiten" auf offener Straße und in geschlossenen Räumen erlaubte. Dies wurde ab 1941 nochmals verschärft, als radikale Verfolgungswellen der Gestapo dazu führten, dass viele "Edelweißpiraten" in Konzentrationslager deportiert, gefoltert oder mit dem Tode bestraft wurden. Eine weitere Maßnahme des NS-Regimes war das Strafbataillon. Viele Jugendliche sollten in diesem Strafbataillon dafür sorgen, dass die Wehrmacht sicher vorstoßen könne. Zu diesem Zweck wurden sie beispielsweise zu Fuß über Minenfelder getrieben.

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