Widerstandsformen

Nicht jeder, der die Nationalsozialisten nicht unterstütze, plante gleich einen Anschlag auf Adolf Hitler. Es gab viele Formen des Widerstands gegen das NS-Regime. Die einzelnen Ausprägungen unterschieden sich nach Motivation und Zielsetzung. Die Abneigung gegen den Nationalsozialismus war vielfältiger Natur. Wenn auch in der Minderheit so gab es doch einzelne Personen und sogar Gruppen von Kirchenanhängern, Arbeitern, Bauern usw., die dem Nationalsozialismus aus den verschiedensten Gründen ablehnend gegenüberstanden.

Im Einzelnen lassen sich verschiedene Widerstandsformen in vier Stufen grob einordnen:


1. Der Widerstand innerhalb der Familie und der Freunde beschränkte sich oft auf abweichendes Verhalten der Gegner der Nazis und auf heimliche Unterstützung von so genannten "Reichsfeinden". Man verweigerte den Hitlergruß, kaufte bei Juden ein oder gab Fremdarbeitern etwas zu essen.


2. Einen Schritt weiter ging es, wenn man anfing, den NS-Staat offen zu kritisieren, und offen sich verweigerte. Diese Grenze wurde z.B. von einzelnen Industriearbeitern überschritten, die abends am Stammtisch Witze über Hitler erzählten.


3. Mancher ging sogar zum offenen Protest über, veröffentlichte Flugblätter und Broschüren, half direkt verfolgten Juden, indem ihnen Unterschlupf gewährt wurde, oder betrieb Propaganda gegen den Nationalsozialismus.


4. Als letzte Stufe könnte man den offenen Widerstand nennen. Er zeigte sich in Mordanschlägen gegen Hitler und im offenen Kampf gegen den Nationalsozialismus, z.B. in Sabotageakten (vgl. das Interview mit Lorenz Knorr).

 

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